Leserbrief „Mehr an Fußgänger denken“ – veröffentlicht am 21.05.2021 im „Mannheimer Morgen“

Weg zwischen Blindenbad und Feldbrücke

Mehr an Fußgänger denken

Alle reden vom Radfahren – das ist das Nonplusultra unserer Zeit. Was ist aber mit den Fußgängern, den Gassigehern, Spaziergängern? Die sind genauso dem Verkehr ausgesetzt, können Gehwege nicht benutzen wegen parkender Autos – und von Ilvesheim Ort nach Ladenburg zu kommen, ist als Fußgänger mindestens genauso schwierig wie als Radfahrer – man hört nur nichts von ihnen. Daher hat unsere Regierung einen Nationalen Fußverkehrskongress ins Leben gerufen. Den gibt es alle 2 Jahre und Gastgeber waren das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und das Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg. Partner waren wieder FUSS e.V. und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR). Natürlich Digital.

Noch nie davon gehört?

Wir auch nicht und waren ziemlich erstaunt, als wir davon erfuhren. Der Kongress möchte dazu beitragen, den Fußverkehr stärker in den Mittelpunkt der Verkehrspolitik zu stellen. Es soll erreicht werden, dass mehr Flächen zugunsten des Fußverkehrs umverteilt werden, um Kindern und älteren Menschen mehr Gewicht in der Verkehrsplanung zu verleihen.
Ministerpräsident Kretschmann eröffnete den Kongress mit den Worten: „…Fußverkehr fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt und entlastet die Umwelt!“ Wir haben also allen Grund fußgängerfreundlicher zu werden. Mit der Ausrichtung des Kongresses verbinden wir ein deutliches Bekenntnis zum Fußverkehr. Es sollen:“…die schwächeren Verkehrsteilnehmer geschützt werden. Wir wollen gute Bedingungen für Fußgänger!“
Auch der geplante Radschnellweg (RSW) am Neckarkanal ist nicht für die Klientel „Fußgänger“ gedacht, da er an vielen Stellen einfach zu schmal ist. Ziel es müssen zu  viele Bäume und Büsche gefällt werden! Ziel eines RSW ist es, die Autofahrer zu dezimieren und nicht die Fußgänger. Man kann schon am gesunden Menschenverstand zweifeln, denn es ist leider abzusehen, dass dieser Kelch nicht an uns vorübergehen wird.

Sonja Münch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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