2021.01.19 Frau Pöckler, 88 Jahre, wendet sich an BM Metz, Gemeindevertreter und Regierungspräsidium

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2021.01.19 Schreiben von Pöckler an die Gemeinde und Gemeindevetreter von Ilvesheim sowie an das RPK
Betreff: Radschnellweg Mannheim-Heidelberg , virtuelle Konferenz dazu am 21.01.2021 in Ilvesheim

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Metz,
sehr geehrte Gemeinderatsmitglieder von Ilvesheim,
sehr geehrte Teilnehmer vom Planungsbüro im Regierungspräsidium Karlsruhe,
In der Presse und bei öffentlichen Begehungen sind schon mehrere Stellungnahmen zu dem geplanten Radschnellweg Mannheim-Heidelberg geäußert worden. Da am 21.01.2021 eine virtuelle Konferenz zu diesem Thema erfolgen soll, möchte ich an meinem persönlichen Beispiel schildern, welche Fragen und Probleme sich mit dem Bau des Radschnellwegs für viele Betroffene auftun.
Zunächst möchte ich aber sagen, dass ich da, wo es möglich und sinnvoll ist, unbedingt dafür bin, das Autofahren durch das Fahrradfahren zu ersetzen. Mir ist auch bewußt, dass immer Kompromisse nötig sind, wenn neue Verkehrswege erschlossen  werden sollen. Ich befinde mich also in einem Dilemma, wenn ich den Radweg, so wie er in Ilvesheim auf bestimmten Abschnitten geplant ist, aus persönlichen Motiven ablehne.
Lassen Sie mich meine Situation schildern: ich wohne in einem Apartment des Heinrich-Vetter-Stifts. Mit mir wohnen in diesem Haus ca 30 SeniorInnen, alle selbständig und eigenverantwortlich. Im Nebenhaus, der Goethestr. 6, wohnen nochmals mindestens 30 ältere Menschen, genau so viel wohl auch im gegenüberliegenden Regine-Kaufmann-Haus. Das heißt also: direkt an einem Abschnitt des in Ilvesheim geplanten Radschnellwegs wohnen überproportional sehr viele alte Menschen, und das nicht nur vorübergehend sondern wohl auch noch in 10, 20, 30 Jahren.
Ich persönlich bin 88 Jahre und noch so mobil, dass ich die schönen Spazierwege, die Ilvesheim hat – die Wege entlang des alten Neckars, die Wege im Mahrgrund – noch häufig nutzen kann. Was passiert aber – wenn ich es erlebe – in 2,3 Jahren?  Ich werde sicherlich nur noch kurze Wege gehen können, ich werde mit einem Rollator gehen und auf einen ruhigen Spaziergang nah an meiner Wohnung angewiesen sein. So sehe ich das heute schon bei den meisten meiner MitbewohnerInnen, für die ich hier auch spreche:
Der, Weg vor unseren Häusern am Neckarkanal ist dazu die  e i n z i g e  Möglichkeit. Viele von uns nutzen diesen Weg auch, um ungefährdet vom Verkehr zum nahegelegenen Einkaufsmarkt zu kommen.
Stellen Sie sich vor, Sie würden in 30. 40 Jahren selbst in einem der Seniorenheime wohnen und könnten im Alter nur noch kurz Strecken gehen, was würden Sie sich da wünschen?
Meine Frage ist nun: ist für den Radschnellweg – zumindest für die Strecke zwischen den beiden Kanalbrücken in Ilvesheim nicht doch noch eine andere Trassenführung möglich? Evtl kurz vor der Kanalbrücke nach links durch die Lessingstr. oder Scheffelstr. abbiegen bis zur Unterführung zur Goethestr.(diese müßte verbreitert werden)  auf die Goethestr.
Die Goethestr. zwischen Feudenheimerstr. und der Straße Im Mahrgrund nur noch für den Anliegerverkehr freigeben und hier den Radschnellweg planen. Dass das möglich wäre zeigt die  wegen der Bauarbeiten schon seit 16 Monaten dauernde  Sperrung dieses Straßenabschnitts. Mit dieser Lösung könnten auch die  sehr engen Stellen unter den beiden Brücken umfahren werden.
Für uns SeniorInnen bliebe der ruhige, Rollatorgeeignete Spazierweg zwischen den Brücken.
Im 3. Deutschen Fußverkehrkongreß im Oktober 2020 standen die Belange von Kindern und älteren Menschen im Zentrum des Kongresses. Sie sollen stärker berücksichtigt werden.

Ich bitte Sie deshalb, noch vor Baubeginn mein,  das Anliegen vieler auch zukünftiger SeniorInnen , unvoreingenommen zu prüfen.
Mit Grüßen und guten Wünschen für die Planung
Hanna Pöckler

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